Eine Wochenende mit Feuerwehrfreunden und Partner - Teil 1 Hauptversammlung

von Thomas Geigenmüller

Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung zu unserer Partnerfeuerwehr nach Grünbach in Oberösterreich, machten sich 10 Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilung und der Altersabteilung auf den Weg ins schöne Mühviertel. Auf der Route über Regensburg und Passau ging es hinauf nach Freistadt, der Kreisstadt von Grünbach. Bei einem Zwischenstopp bei Regensburg trafen wir eine Männerrunde im Junggesellenstress. Da musste Altbürgermeister THomas Rosenbau gleich eine Flasche Sekt zur Feier öffnen. Die Männerrunde wünschte sich von uns einen Trinkspruch, diesen Wunsch konnte Altwehrleiter Thomas Geigenmüller erfüllen. Was man nicht alles auf der Autobahn erleben darf!

Kurz vor dem Ziel machten wir Rast im Gasthof Frellerhof im Ort Piberschlag. Mittlerweile schon das dritte Mail kehren wir dort ein. Und obwohl wir nur einmal im Jahr kommen, erinnerte sich der Wirt an die lustigen und freundlichen Gäste aus Deutschland. Gut gestärkt ging es weiter bis zu unserem Hotel "Forellenwirt" im Ortsteil Mitterbach auf über 900m über Meereshöhe. Aber auch dort war sensationelles Frühlingswetter und kein Schnee mehr. Für Interessierte ist der Forellenwirt eine ideale Bleibe, wenn man ein paar Tage Langlauf machen möchte. Wirtin Doris Kastler würde sich freuen!

Gut gestärkt begab sich unsere deutsche Delegation ins Feuerwehrhaus nach Grünbach, denn wir durften Gäste der Jahreshauptversammlung unserer Partnerfeuerwehr sein.

Kommandant Nico Seidl eröffnete pünktlich den Jahresrückblick um 19 Uhr gleich mit einem Höhepunkt - der Aufnahme eines jungen Kameraden. Im Bericht des Schriftführers wurde auf die Mitgliederzahlen geschaut, welche sich mit 21 Jugendfeuerwehrmitgliedern, 88 Aktive und 59 Kameraden im Reservestand leicht rückläufig bewegen.
Stolz blickten die Vortragenden auf das Geleistete. So leisteten die Bewerbsgruppen (Wettkampfgruppen) mit 22 Übungen und 7 Wettkämpfen mehr als 800 Stunden. Im Kassenbericht erstaunen wir immer von Neuem, wenn von einem jährlichen Gemeindebeitrag in Höhe von 8.843,00€ die Rede ist. Hier sieht man den großen Unterschied zu den Strukturen in Deutschland, denn in Österreich müssen die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden mit eigenen Finanzmittel diese Investitionen unterstützen. Das schaffen Sie nur mit großen und aufwändigen Festen. Für uns fast undenkbar! Aber auch hierbei merken wir schon Änderungen des Angleiches an unsere Verhältnisse. Investiert wurde auch in Einsatzbekleidung, Atemschutz und Computertechnik.

Der Gerätewart bilanzierte auch die Laufleistung seiner Fahrzeuge. Mit über 4.542 km schaffte der MTW die größte Gesamtstrecke des Jahres.
Ein sehr aufwändiger Teile der Grünbacher Feuerwehrarbeit ist der sogenannte Lotsendienst. Das sind Einsätze der Feuerwehr zur Verkehrsabsicherung bei Veranstaltungen. Und die gab es im Jahr 2025 zur Genüge! Da war das alljährliche Mountainbikerennen- die Kernlandtrophy und das Jugendlager mit über 1.000 Teilnehmer zuzüglich Eltern und Verwandte.

5 Jugendwarte teilen sich die Ausbildung und Betreuung der 21-köpfigen Nachwuchsabteilung und leisteten damit über 2.374 Stunden bei Übungen, Wissensteste und Bewerbe.
Die Aktiven bilanzierten Ihre Arbeit mit 669 Einsatzstunden, 831 h Ausbildung mit durchschnittlich 15 anwesenden Einsatzkräften. Höhepunkt hier - war die Tunnelausbildung direkt vor Gerätehaus in einem, mit Gerüstbauteilen hergestellten, Tunnel von 35 m Länge.
Die Atemschutzwerkstatt der Wehr füllte 966 Flaschen der umliegenden Wehren. Die Verantwortlichen mussten allein dafür 166h im Feuerwehrhaus tätig sein!

In den anschließenden Grußworten von Führungskräften des Feuerwehrbezirkes, des Bürgermeisters und Vertreter der Politik, durfte auch Oberbrandmeister Thomas Geigenmüller Grußworte von Wehrleitung und Bürgermeister aus dem Vogtland an alle Anwesende richten.

Erschreckend die Sorge von Bezirksfeuerwehrkommandant Thomas Wurmtödter, der in seinen Grußworten, fast deprimierend, die explosionsartige Preisentwicklung beim Kauf von Feuerwehrfahrzeugen kritisiert. So kostet ein RLFA (Gleichzusetzen eines HLF20 in Deutschland) fast 800.000€!!! Auch bei sonstigen Investitionen werden Preissteigerungen von mehr als 18% festgestellt! Wer soll sich das noch leisten können.

Im anschließenden gemütlichen Beisammensein aller, konnten auch wir Vogtländer wieder eine Menge an Infos und Erkenntnissen gedanklich abspeichern und mit nach Hause nehmen. Solche gemeinsamen Stunden bei einer Flasche Freistädter Bier und einer Priese Schnupftabak aus der Maschine, bringt alle Partner wieder einen Schritt nach vorn!

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